02.04.2024

Am Institut für die Geschichte der deutschen Juden ist ab 1. August 2024 die Stelle einer Studentischen Hilfskraft mit 37,5 Stunden zu besetzen.

 

Das Institut für die Geschichte der deutschen Juden (IGdJ) wurde 1966 eröffnet und widmete sich damit als erste Forschungseinrichtung in der Bundesrepublik ausschließlich der deutsch-jüdischen Geschichte. Als Stiftung bürgerlichen Rechts wird das Institut von der Freien und Hansestadt Hamburg getragen. Zu den Hauptaufgaben des Instituts zählen vor allem die Forschung, Veröffentlichungen eigener und fremder wissenschaftlicher Studien sowie die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dieser außeruniversitären Forschungseinrichtung lehren an der Universität Hamburg. Das Institut veranstaltet Konferenzen, Kolloquien und Gastvorträge in enger Zusammenarbeit mit in- und ausländischen Forschungsinstitutionen.

 

Anforderung: Studium der Geschichtswissenschaft oder vergleichbare Fächer, Interesse an jüdischer Geschichte, es muss eine Immatrikulation an einer deutschen Hochschule vorliegen.

Bei uns erwartet Sie eine abwechslungsreiche Tätigkeit in angenehmer Arbeitsatmosphäre. Wir bieten flexible Arbeitszeiten, die zu Ihrem Studium passen. Wichtig ist eine strukturierte und sorgfältige Arbeitsweise, Einsatzfreude und Eigenverantwortung.

Die Bezahlung orientiert sich an dem üblichen Satz für studentische Hilfskräfte an der Universität Hamburg und liegt derzeit bei 13,86 EUR/Stunde. Die Arbeitstage sind flexibel und können individuell abgestimmt werden. Die Tätigkeit muss nicht vor Ort erfolgen.


Zu Ihren Aufgaben gehören:

  • Unterstützung des Projektes Erna Meyer and the Modern Home
  • Recherchen und fachliche Zuarbeit
  • Unterstützung bei administrativen Aufgaben, z.B. Veranstaltungsorganisation

 

Ihr Profil umfasst:

  • Zeitgeschichtliche Grundkenntnisse
  • Sehr gute Recherchekompetenz, Lust mit historischen Quellen zu arbeiten
  • Bereitschaft, sich in neue Aufgaben einzuarbeiten 
  • Selbständige und zuverlässige Arbeitsweise, Teamfähigkeit

 

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung in Form eines kurzen Motivationsschreiben und Lebenslauf.
Bitte per E-Mail an Andreas.Brämer@igdj-hh.de und unter Angabe Ihres möglichen Eintrittstermins.

 

Über das Projekt: Erna Meyer and the Modern Home

Die jüdische Ökonomin Dr. Erna Meyer (Berlin 1890-Haifa 1975) war die erfolgreichste Haushalts-Reformerin in Deutschland und weiten Teilen Europas.  Sie schrieb Bücher, gab eine eigene Zeitschrift heraus, kuratierte Ausstellungen und arbeitete mit bedeutenden Architektinnen und Architekten des Neuen Bauens. Im Dezember 1933 emigrierte Meyer aus München und ließ sich in Tel Aviv nieder, wo sie auch in ihrer neuen Heimat zu einer Autorität auf diesem Gebiet wurde. Meyers Karriere begann mit ihrem bahnbrechenden Buch „Der Neue Haushalt“ (1926), das ihr den Weg in die Welt der Architektur und des Designs ebnete und es ihr ermöglichte, an der Konzeption des Neuen Haushalts in Deutschland und anderswo mitzuwirken. Meyer wurde zu einer aktiven Partnerin des Neue Bauens, beriet bei der Küchengestaltung, präsentierte aber auch eigene Entwürfe, beteiligte sich an Architekturausstellungen und wurde zur Expertin für Haushaltsführung bei den Wohnungsbauprojekten der Reichsforschungsgesellschaft für wirtschaftliches Bauen und Wohnen (RFG). Sie arbeitete mit vielen akademischen Fachfrauen in verschiedenen Bereichen zusammen und setzte diese Zusammenarbeit auch nach ihrer Emigration nach Palästina im Jahr 1933 fort. Das zentrale Ziel dieses Forschungsvorhabens ist es, Erna Meyers Beiträge zur Entwicklung des modernen Heims in ihren beiden Heimatländern Deutschland und Palästina/Israel aufzuzeigen und dabei Fragen der Gesellschaft, der Kultur, der jüdischen Identität, des Geschlechts und der Nationalität zu analysieren und mit der Architekturforschung zu verknüpfen. Das Projekt ist in vier Teilprojekte gegliedert, die sich auf die Untersuchung von Erna Meyers Aktivitäten, ihren Einfluss auf das moderne Heim in Deutschland und Palästina/Israel, den Wissenstransfer und die Beziehung zwischen Technologie und der modernen Frau in den beiden Ländern konzentrieren sollen. Wir verstehen Meyers Aktivitäten in Deutschland und Palästina/Israel als ein Gesamtwerk, das von ihren sich ständig weiterentwickelnden Theorien und Ideen über das moderne Heim beeinflusst ist. Ihre berufliche Tätigkeit nach der Einwanderung nach Palästina wäre ohne die in der Weimarer Republik erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen nicht möglich gewesen - ganz zu schweigen von der beruflichen Anerkennung, die sie in Deutschland erworben hatte. Darüber hinaus hat Meyer ihr Wissen nicht auf den neuen Ort übertragen, sondern es an einen völlig anderen Kontext angepasst. Vieles von dem, was wir über die Protagonistinnen und Protagonisten der modernen Architektur wissen, ist das Ergebnis einer Wissenschaft, die sich auf bestimmte Orte und Gebäude oder auf biografische Darstellungen bedeutender, bis vor kurzem ausschließlich männlicher Architekten konzentriert. Das Hauptziel dieser Forschung ist es, Erna Meyer, eine Pionierin der Wohnreform, deren Philosophie großen Einfluss auf die Entwicklung des modernen Wohndesigns hatte, in die Geschichtsschreibung der modernen Architektur aufzunehmen.