Eduard-Duckesz-Fellowship

Michael Studemund-Halévy

Die Hermann ‐ Reemtsma ‐ Stiftung (Hamburg) hat am Institut für die Geschichte der deutschen Juden für die Dauer von drei Jahren die Stelle eines Eduard ‐ Duckesz ‐ Fellow eingerichtet, die von Michael Studemund ‐ Halévy betreut und vom Institut verwaltet wird. Das großzügige Fellowship ermöglicht neben einem Promotionsstipendium und einer wissenschaftlichen Vortragsreihe zahlreiche größere und kleinere Projekte: (1) Ikonographie und Epigraphie : Sefardische Grabkunst zwischen Hamburg und Surinam; (2) die Buchpublikation ‹ Im Jüdischen Hamburg ›; (3) die Katalogisierung der Eduard ‐ Duckesz ‐ Bibliothek und ihre technische Ausrüstung (PC, Scanner, Drucker, etc.); (4) Aufbau und Betreuung einer Webseite; (5) Biographisches Lexikon der auf dem Jüdischen Friedhof Königstraße bestatteten Rabbiner, Gelehrten und Kaufleute (in Zusammenarbeit mit dem Salomon ‐ Ludwig ‐ Steinheim ‐ Institut, Duisburg; (6) Ausstellungen zur Geschichte des Friedhofs; (7) Weiterentwicklung der Friedhofsführungen; (8) Weiterbildung der guides ; sowie (9) die Entwicklung von Projekten in Zusammenarbeit mit der Jüdischen Gemeinde Hamburg, den Hamburger Schulen, der Volkshochschule Hamburg und der Stiftung Denkmalpflege.

Info: Eduard ‐ Duckesz ‐ Fellow, Tel. 42838  ‐  2307

Eduard ‐ Duckesz ‐ Bibliothek

Die umfangreiche Referenzbibliothek besteht aus über 1.000 Büchern und Zeitschriften, darunter neben Nachschlagwerken, Biographien und religiöser Literatur (Talmud, Tora, Mahzorim, Sidurim, etc) vor allem Bücher zur jüdischen Geschichte Hamburgs, zur deutsch ‐ jüdischen und sefardischen Geschichte, zur jüdischen Genealogie, Kunst und Epigraphie sowie zu jüdischen Friedhöfen in Deutschland, Holland, Dänemark, Italien, England, Frankreich und der Neuen Welt. Die Bibliothek steht allen Interessierten So, Di und Do während der Öffnungszeiten zur Verfügung. Info: www.eduard ‐ duckesz ‐ haus.de (im Aufbau); email: mihalevy@googlemail.com; Tel. 040 ‐ 42838 ‐ 2307

Rabbiner Eduard Duckesz

Der am 3. 8. 1868 in Szelepscény (Ungarn) geborene Rabbiner, Historiker und Genealoge Eduard Duckesz (Enoch Isidor Duckesz) wurde nach dem Studium an der Preßburger Yeshiva 1891 Rabbiner und Lehrer an der Altonaer Klaus (Kleine Papagoyenstr. 5), später amtierte er als Beisitzer des Rabbinatsgerichts der Hochdeutschen ‐ Israelitengemeinde in Altona, sowie als Mohel (Beschneider), Krankenhausseelsorger, Garnisonsgeistlicher und Oberrabbinatsverweser für Schleswig ‐ Holstein. Neben Jacob Cohen war er Klausner an der (sefardischen) Abraham ‐ Sumbel ‐ Klaus in Altona und Lehrer im Jugend ‐ Lern ‐ Verein Jessaufei Tauroh . Mit seiner Frau Eva Saxl hatte er fünf Kinder (Leo/Jehuda, Hanna, Max/Mordechai, Michael und Esther). Neben seiner Tätigkeit als Rabbiner und Lehrer machte er sich vor allem um die Erforschung jüdischer Grabinschriften und die Genealogie jüdischer Familien der Dreigemeinde AHU (Altona ‐ Hamburg ‐ Wandsbek) verdient. 1939 emigrierte er nach Holland. 1943 Deportation aus dem Internierungslager Westerbork nach Auschwitz, wo er am 6. 3. 1944 ermordet wurde. Zu seinen Hauptwerken zählen die Bücher und biographischen Studien Iwoh leMoschav (Krakau 1903), Chachme AHU (Hamburg 1908) und Zur Geschichte und Genealogie der ersten Familien der Hochdeutschen Israeliten ‐ Gemeinden in Hamburg (Hamburg 1915).

Bearbeiter:
Michael Studemund ‐ Halévy, docteur ‐ ès ‐ lettres Gefördert von der Hermann ‐ Reemtsma ‐ Stiftung (Hamburg)    

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