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Vortragsreihe "Bildgeschichten"

Sie waren nach dem Novemberpogrom 1938 zu sehen, während des Feldzugs gegen Polen, anlässlich der Filmpremiere von Jud Süß und Der ewige Jude sowie im Zuge der Errichtung der Ghettos im Generalgouvernement. Einige Motive wurden so oft und andauernd wiederholt, dass sie zum antisemitischen Bildtopos wurden. Ein Beispiel dafür sind Spottfotos, die das angebliche Unvermögen von Juden zeigen wollen, körperlich zu arbeiten. Der Vortrag betrachtet exemplarisch die jüdische Privatfotografie im Lichte dieses öffentlichen antisemitischen Bilddiskurses. Blieb sie von diesen Darstellungen gänzlich unberührt oder lassen sich visuelle Bezugnahmen beispielsweise in Form von Gegenbildern nachweisen?

Dr. Harriet Scharnberg studierte Geschichte und Politikwissenschaft in Hamburg und Torún (Thorn), Polen. Sie hat sich in ihren Forschungen intensiv mit historischen Bildquellen und der NS-Bildpublizistik auseinandergesetzt. Zuletzt erschien von ihr: Die »Judenfrage« im Bild. Der Antisemitismus in nationalsozialistischen Fotoreportagen (2018).

Über unsere Vortragsreihe:
 
KAMERABLICKE. JÜDISCHE BILDGESCHICHTE(N)
Trotz des vor Jahren vielfach beschworenen „visual turns“ fristen Bildquellen in den Geschichtswissenschaften weiterhin ein Randdasein. Dabei können historische Zeichnungen, Fotografien oder Filme wichtige Einblicke geben und mitunter andere Perspektiven auf den Untersuchungsgegenstand eröffnen. Sechs WissenschaftlerInnen stellen ihre Forschungen zu historischem Bildmaterial vor. Sie verstehen Bilder nicht als Abbildungen, sondern als kritisch zu hinterfragende Quellen, die gerade aufgrund ihrer vermeintlichen Authentizität dekonstruiert werden müssen. Die Themen reichen dabei von der Frage nach jüdischen Gegenbildern zum antisemitischen Bilddiskurs im Nationalsozialismus über die Bedeutung von Fotoalben für die Konstruktion von Familiengeschichten im Kontext von Migration, Flucht und Exil, bis hin zur visuellen Nationswerdung im Staatsbildungsprozess Israels oder der fotografischen Erkundung jüdischen Lebens in Ungarn.
Die Vortragsreihe findet begleitend zur vierten Online-Ausstellung im Rahmen der Online-Quellenedition „Hamburger Schlüsseldokumente zur deutsch-jüdischen Geschichte“ (juedische-geschichte-online.net) statt. Sie widmet sich ebenfalls (der) „jüdischen Bildgeschichte(n)“.
 
Weitere Termine:

04.6.2019
11.6.2019
25.6.2019
 
Jeweils Dienstags um 18.30 Uhr
 
 
Eingeschrängt Barrierefrei
 
 
INSTITUT FÜR DIE GESCHICHTE
DER DEUTSCHEN JUDEN (IGdJ)
BEIM SCHLUMP 83, 20144 HAMBURG
Seminarraum im 2. OG, eingeschränkt barrierefrei
Tel.: 040 – 42 838 – 2617
Fax: 040 – 44 808 66
E-Mail: kontakt@igdj-hh.de
Internet: www.igdj-hh.de
Sie erreichen das Institut für die Geschichte der deutschen Juden mit folgenden Verkehrsmitteln:
U2, U3: U-Bahn Schlump
Metrobus 4 + 15: Haltestelle Bundesstr.
Metrobus 5: Haltestelle Bezirksamt Eimsbüttel
 
 
 

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