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Vortragsreihe: AMBIVALENZEN IM ZIONISMUS

Ein Blick auf die Geschichte des deutschen Zionismus zeigt, dass es so einfach nicht ist. Das Verhältnis des Zionismus zum Kolonialismus stellt sich aus dieser Perspektive als ein höchst ambivalentes dar, dessen Komplexität sich am besten mit Hilfe postkolonialer Konzepte erfassen lässt.
Der Vortrag untersucht zunächst die verschiedenen Formen der Bezugnahme der deutschen Zionisten auf den deutschen Kolonialismus vor 1918. Versuche, sich diesen für die eigenen Ziele nutzbar zu machen, bis hin zur Erwirkung einer „deutschen Balfour-Deklaration“, stehen dabei in einem Spannungsverhältnis zu Bemühungen um eine Distanzierung vom deutschen Kolonialismus. Im zweiten Teil stehen die Vorstellungen deutscher Zionisten über den Charakter des in Palästina aufzubauenden jüdischen Gemeinwesens und über das Verhältnis der Juden zu den palästinensischen Arabern im Mittelpunkt. Am Beispiel Martin Bubers, des wohl wichtigsten intellektuellen Kopf des deutschen Zionismus der Zwischenkriegszeit, soll gezeigt werden, wie sich hier orientalistische Vorstellungen mit solchen der Selbst-Orientalisierung, der Identitätspolitik und der subalternen Selbstermächtigung verbanden.
Stefan Vogt ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Martin-Buber-Professur für jüdische Religionsphilosophie und Privatdozent für Neue Geschichte an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Zu seinen neuesten Veröffentlichungen gehören: Subalterne Positionierungen. Der deutsche Zionismus im Feld des Nationalismus in Deutschland, 1890-1933 (Göttingen: Wallstein Verlag, 2016), sowie The Postcolonial Buber: Orientalism, Subalternity and Identity Politics in Martin Buber‘s Political Thought, in: Jewish Social Studies 22 (2016)

Die Veranstaltung ist bedingt barrierefrei.


VERANSTALTUNGSORT:
INSTITUT FÜR DIE GESCHICHTE DER DEUTSCHEN JUDEN (IGDJ) Vortragsraum 2. Stock 02/23
BEIM SCHLUMP 83 / ECKE MONETASTR.
20144 HAMBURG
Tel.: 040 - 42 838 - 2617
Fax: 040 - 44 808 66
E-Mail: geschaeftszimmer@igdj-hh.de
Internet: www.igdj-hh.de

Sie erreichen das Institut mit folgenden Verkehrsmitteln:
U2, U3: U-Bahn Schlump
Metrobus 4 +15: Haltestelle Bundesstr.
Metrobus 5: Haltestelle Bezirksamt Eimsbüttel

 

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