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Lust, Sexualität und Verhütung im christlichen und jüdischen Kontext (Kopie)

Trotz des Zeugungsgebotes existiert im Judentum kein generelles Verbot der Empfängnisverhütung. Nicht Männern, aber immerhin Frauen gestattet das jüdische Gesetz in Ausnahmefällen die Verwendung von Verhütungsmitteln. Frauen waren anders als Männer nicht zur Fortpflanzung verpflichtet. Die christliche Lehre über die Empfängnisverhütung greift damit nur zum Teil auf das jüdische Erbe zurück. Sie entwickelte sich auf der Grundlage von Texten des Neuen Testamentes, die von der Jungfräulichkeit, der Ehe als Institution, dem ehelichen Verkehr, der Sünde sowie der "guten" und "bösen" Medizin handeln.

Prof. Dr. Phil. Robert Jütte leitet seit 1990 das Institut für die Geschichte der Medizin der Robert-Bosch-Stiftung und lehrt seit 1991 Allgemeine Geschichte an der Universität Stuttgart. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Sozialgeschichte der Medizin, die Kulturgeschichte und die jüdische Geschichte. Er ist u.a. Beiratsmitglied der Gesellschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden und Mitherausgeber der Zeitschrift Aschkenas.

Körper - Körperlichkeit und Körperbilder
in der deutsch-jüdischen Geschichte:

Der Körper ist ein wichtiger Teil der eigenen Identität. Dies gilt auch – oder vielleicht sogar in einem besonderen Maße – für Juden. So symbolisiert die Beschneidung jüdischer Jungen wenige Tage nach ihrer Geburt den Eintritt in ihren Bund mit Gott. Neben der Beschneidung gibt es verschiedene andere Rituale und Diskussionen im und über das Judentum, die den Körper betreffen.

Mit einer Vortragsreihe möchte das IGdJ der interessierten Öffentlichkeit die Möglichkeit geben, sich mit verschiedenen Aspekten der Körperlichkeit im Judentum auseinanderzusetzen, zu denen Fragen der Verhütung, der Sexualität und der Gesundheit gehören. Daneben sollen konkrete historische Situationen beleuchtet werden, die von Gewalt geprägt waren und bei denen der Körper und körperliche Merkmale für Juden eine zentrale Bedeutung hatten. Darüber hinaus wird das Bild vom Juden in der Kunst oder in Diskussionen über Rassentheorien beleuchtet.

Gesamtprogramm der Reihe "Körper"

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