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HOLOCAUSTVERDRÄNGUNG, ISRAELFEINDSCHAFT UND ANTISEMITISMUS IN DER DDR – UND DIE AUSWIRKUNGEN HEUTE

Jüngere Forschungen belegen hingegen, dass es dem SED-Regime zu keinem Zeitpunkt gelang, (alltags-) antisemitische Erscheinungen und Bekundungen wirksam zu unterbinden. Antiisraelische wie antijüdische Einstellungen konnten in einem Klima von subtiler Holocaustrelativierung, von unverhohlener Israelfeindschaft (transportiert/ angeheizt von staatlich gelenkten Medien) und instrumentalisierter Geschichtsschreibung reifen. Unreflektierter Antiamerikanismus und Israelfeindschaft haben auch nach Mauerfall und politischer Wende in Ostdeutschland überleben können. Dr. Olaf Glöckner ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien in Potsdam. Er forscht zu Fragen jüdischer Migrationsgeschichte, zu den deutsch-israelischen Beziehungen, zu Entwicklungen im deutschen/europäischen Judentum nach 1989/90 und zu modernem Antisemitismus im europäischen Kontext.

Über unsere Vortragsreihe "(DER UMGANG MIT DEM) ANTISEMITISMUS IN DEUTSCHLAND SEIT 1945":
Entgegen der anfänglichen Erwartungen, dass die Nachkriegszeit lediglich einen Epilog jüdischer Existenz in Deutschland bezeichne, entstand in den Jahrzehnten seit der Befreiung eine neue Vielfalt jüdischer Lebenswelten – und dies fast unmittelbar im Anschluss an den Mord an sechs Millionen Jüdinnen und Juden während des Holocaust. Dieser positiven Beobachtung muss freilich der kritische Befund zur Seite gestellt werden, dass dem Judenhass auch nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht der Boden entzogen war. Antijüdische Einstellungsmuster waren und sind in der nichtjüdischen deutschen Gesellschaft vielfältig präsent. An diese Beobachtungen anknüpfend, kommen in derVortragsreihe Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen zu Wort. An insgesamt sechs Vortragsabenden erörtern sie exemplarisch unterschiedliche Erscheinungsformen der Judenfeindschaft nach 1945. Ihre Aufmerksamkeit richten sie zugleich auf die Frage, wie unterschiedliche Gruppen und Repräsentanten der Gesellschaft den Antisemitismus wahrnahmen, sich mit diesem auseinandersetzten und welche Umgangsstrategien sie präsentierten. Zudem sollen gerade auch individuelle und kollektive Reaktionen bzw. Handlungsspielräume von Jüdinnen und Juden in den Fokus rücken, die auf diese Weise, obgleich zunächst Leidtragende der Ablehnung, dennoch als handelnde Akteure der Geschichte sichtbar werden.

Informationen zu den Vorträgen und Terminen in dem Flyer auf dieser Seite unten als Anlage

Die Veranstaltung ist eingeschränkt barrierefrei.

VERANSTALTUNGSORT:

INSTITUT FÜR DIE GESCHICHTE DER DEUTSCHEN JUDEN (IGDJ) Vortragsraum 2. Stock 02/23
BEIM SCHLUMP 83 / ECKE MONETASTR.
20144 HAMBURG
Tel.: 040 - 42 838 - 2617
Fax: 040 - 44 808 66
E-Mail: geschaeftszimmer@igdj-hh.de
Internet: www.igdj-hh.de

Sie erreichen das Institut mit folgenden Verkehrsmitteln:
U2, U3: U-Bahn Schlump
Metrobus 4 +15: Haltestelle Bundesstr.
Metrobus 5: Haltestelle Bezirksamt Eimsbüttel

 

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