Newsletter Registrierung

Beschneidung: Eine Frage der Identitätspolitik und/oder Gesundheit?

"A Jewish Princess with a brand new nose" Jüdisch-weibliche Körperbilder im 20. Jahrhundert

Vortrag von Dr. Anna-Dorothea Ludewig, Moses Mendelsohn Zentrum Potsdam (MMZ)

Projetionsfläche und Leerstelle - diese beiden BEgriffe beschreiben die Rezeption der Jüdin und des jüdisch-weiblichen Körpers in der Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts. Trotz einer Fülle an künstlerischen Darstellungen, die im Spannungsfeld zwischen biblischer Heldin und femme fatale angesiedelt sind, entziehen sich jüdische Frauenfiguren einer klaren Zuordnung. Ab dem 19. Jahrhundert scheint der männlich-jüdische Körper, nicht zuletzt durch die antisemitische Zuweisung weiblicher Attribute, zu dem "jüdischen Körper" schlechthin geworden zu sein. Vor diesem Hintergrund werden im Vortrag verschiedene tradierte Bilder und Stereotype weiblicher Körperbilder in Text und Bild vorgestellt und analysiert.

Dr. Anna-Dorothea Ludewig ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Moses-Mendelsohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien (Potsdam). Ihr Forschungsschwerpunkt ist die europäisch-jüdische Kultur- und Literaturgeschichte. 2012 hat sie den Sammelband "Im Anfang war der Mord. Juden und Judentum im Dedektivroman herausgegeben und einen Aufsatz zum "Bild der jüdischen Mutter zwischen Schtetl und Großstadt" veröffentlicht.

Uhrzeit: 18.30 Uhr

Ort: Institut für die Geschichte der deutschen Juden (IGDJ) Beim Schlump 83, 20144 Hamburg

 

zur Vortragsreihe

Körper - Körperlichkeit und Körperbilder
in der deutsch-jüdischen Geschichte:

Der Körper ist ein wichtiger Teil der eigenen Identität. Dies gilt auch – oder vielleicht sogar in einem besonderen Maße – für Juden. So symbolisiert die Beschneidung jüdischer Jungen wenige Tage nach ihrer Geburt den Eintritt in ihren Bund mit Gott. Neben der Beschneidung gibt es verschiedene andere Rituale und Diskussionen im und über das Judentum, die den Körper betreffen.

Mit einer Vortragsreihe möchte das IGdJ der interessierten Öffentlichkeit die Möglichkeit geben, sich mit verschiedenen Aspekten der Körperlichkeit im Judentum auseinanderzusetzen, zu denen Fragen der Verhütung, der Sexualität und der Gesundheit gehören. Daneben sollen konkrete historische Situationen beleuchtet werden, die von Gewalt geprägt waren und bei denen der Körper und körperliche Merkmale für Juden eine zentrale Bedeutung hatten. Darüber hinaus wird das Bild vom Juden in der Kunst oder in Diskussionen über Rassentheorien beleuchtet.

Zur Vortragsreihe können Sie hier einen Beitrag auf NDR Info in der Rubrik Schabat Schalom anhören:
http://www.ndr.de/info/audio198415.html

Gesamtprogramm der Reihe "Körper"

Zurück