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Vortragsreihe "Wie Weiter?" Jüdische Migrationserfahrungen nach 1945

Angesichts des Antisemitismus in Polen, der in innerparteilichen Auseinandersetzungen immer wieder aktiviert wurde und den große Teile der Gesellschaft sanktionierten, emigrierte bis 1968 wiederum die Mehrheit der jüdischen Bevölkerung aus Polen bzw. wurde vertrieben. Der Vortrag zeichnet diese Migrationswege und ihre politischen Rahmenbedingungen nach und fragt nach den jeweiligen Motivationen der jüdischen Überlebenden, in Polen zu bleiben oder es zu verlassen. Auf eine ähnliche Weise hat seit Beginn der 2000er Jahre die Migration von Israelis nach Berlin viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen und die Frage aufgeworfen, was es bedeutet, wenn junge  israelische Juden ihr Land verlassen, um in die deutsche Hauptstadt zu gehen. Die NDR-Moderatorin Birgit Langhammer spricht mit zwei Expertinnen über mögliche Gemeinsamkeiten dieser beiden Migrationen, deren Folgen für das hiesige jüdische Leben und darüber, wie sich das Verständnis der jüdischen Diaspora in der Gegenwart gewandelt hat.

Dr. Karen Körber ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für die Geschichte der deutschen Juden (IGdJ). 2020 erscheint bei Vandenhoeck & Ruprecht ihre Studie „Lebenswirklichkeiten. Russisch- sprachige Juden in der deutschen Einwanderungsgesellschaft“ (gemeinsam mit Andreas Gotzmann).

Dr. Dani Kranz forscht und lehrt als Anthropologin an der Ben Gurion Universität, Israel. Sie ist Mitglied des Beratungskreises des Bundesbeauftragten gegen Antisemitismus. 2015 erschien bei der Bertelsmann-Stiftung ihre Studie „Israelis in Berlin“. Birgit Langhammer arbeitet seit 2004 beim NDR im Bereich Politik und Aktuelles. Sie produziert längere Reportagen zu verschiedenen Themen und moderiert die Sendung „Redezeit“.

Über unsere Vortragsreihe:

Wie weiter? Jüdische Migrationserfahrungen nach 1945

Jüdische Migrationen gewinnen in der deutsch-jüdischen Nachkriegsgeschichte zunehmend an Bedeutung. Richtete sich der Blick nach den Ereignissen des Zwanzigsten Jahrhunderts zuerst einmal auf Vertreibung, Flucht und Exil, so finden sich bis in die Gegenwart auch jüdische Wanderungsbewegungen, die von der Hoffnung auf eine bessere Zukunft geprägt und beispielsweise durch besondere wirtschaftliche Rahmenbedingungen bestimmt waren. Die verschiedenen Beweggründe für eine Migration sowie das Aufeinandertreffendivergierender jüdischer Herkünfte und Narrative haben Eingang in das hiesige jüdische Leben nach 1945 gefunden und kennzeichnen bis heute die mitunter kontrovers geführten Debatten um das Selbstverständnis einer jüdischen Gemeinschaft in Deutschland. Die Vortragsreihe nimmt diese Beobachtungen zum Anlass, um an fünf Abenden auf der Grundlage neuer Forschungen exemplarisch jüdische Migrationen und deren Folgewirkungen im lokalen Raum vorzustellen. Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus verschiedenen Disziplinen fragen nach den jeweiligen Formen der Wanderungen sowie den Motiven und Handlungsspielräumen der migrierenden Jüdinnen und Juden und danach, in welcher Weise diese vielfältigen Erfahrungsgeschichten das jüdische Leben in Deutschland von den Nachkriegsjahren bis in die Gegenwart prägen.

 
Eingeschrängt Barrierefrei
 

Tschaikowskysaal
Tschaikowskyplatz 2
20355 Hamburg

U-Bahn Messehallen

 

 

INSTITUT FÜR DIE GESCHICHTE
DER DEUTSCHEN JUDEN (IGdJ)
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