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Summer Term 2014

Übung

Svenja Bethke
Die Rolle der Judenräte im Zweiten Weltkrieg
Lehrveranstaltungs-Nr. 54-321
Zeit: Mo 16 - 18 Uhr
Ort: IGdJ 2/023
Beginn: 03.04.2014

Details

Die Rolle der Judenräte im Zweiten Weltkrieg gehört spätestens seit 1963 zu den umstrittensten Debatten der Zeitgeschichte. Zu diesem Zeitpunkt formulierte Hannah Arendt im Rahmen ihrer Berichterstattung zum Eichmann-Prozess den Vorwurf, dass ohne das Mitwirken der Judenräte die systematische Ermordung der jüdischen Bevölkerung durch die Deutschen nicht möglich gewesen wäre. Unbewusst stieß Arendt damit Forschungsarbeiten an, die die vielseitigen Aktivitäten der Judenräte in den nationalsozialistischen Ghettos in Osteuropa differenzierter in den Blick nahmen (z.B. Isaiah Trunk) und nach den Prämissen ihres Handelns fragten (Dan Diner).

In der Übung sollen zentrale Debatten der Holocaustforschung anhand der Historiographie zu den Judenräten von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart in den Blick genommen werden. Darüber hinaus soll anhand von Fallbeispielen für einzelne Ghettos im besetzten Polen und auf vormals sowjetischem Territorium die Perspektive der Judenräte, d.h. ihr ambivalentes Handeln zwischen der Sorge um das Wohl und Überleben der Ghettogemeinschaften und dem Zwang, sich wandelnde deutsche Forderungen erfüllen zu müssen, beleuchtet werden.

Hinweis: In diesem Seminar werden Scheine des IGdJ erworben, die auf Antrag als Prüfungsleistungen vom Fachbereich Geschichte anerkannt werden können.

Die Anmeldung für diese Übung ist nicht über STiNE möglich, sondern nur per E-Mail an: svenja.bethke@public.uni-hamburg.de


Literatur
: Hannah Arendt: Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht über die Banalität des Bösen, München 1964 (Org. 1963); Isaiah Trunk: Judenrat. The Jewish Councils in Eastern Europe Under Nazi Occupation, New York 1972; Dan Diner: „Die Perspektive des ‚Judenrats’. Zur universellen Bedeutung einer partikularen Erfahrung“, in: Kiesel, Doron (Hg.), „Wer zum Leben, wer zum Tod ...“ Strategien jüdischen Überlebens im Getto, Frankfurt am Main 1992, S. 11-36; Dan Michman: „Kontroversen über die Judenräte in der jüdischen Welt 1945-2005. Das Ineinandergreifen von öffentlichem Gedächtnis und Geschichtsschreibung“, in: Anders, Freia/ Stoll, Katrin (Hg.), Der Judenrat von Bia!ystok, Paderborn, München u. a. 2010, S. 311-317.

Übung

Dr. Miriam Rürup
Jüdische Jugend in Deutschland im 19./20. Jahrhundert
Lehrveranstaltungs-Nr. 54-238
Zeit: Do 14-16 Uhr
Ort: IGdJ 2/023
Beginn: 03.04.2014

Details

In dem Seminar soll es um die vielfältigen Aspekte gehen, in denen sich eine jüdische Jugend von einer nichtjüdischen Jugend unterschied.
Dies war unter anderem durch sich verändernde Rahmenbedingungen bestimmt, wie beispielsweise die rechtliche Gleichstellung der Juden; gleichermaßen aber auch die inner-jüdische Aufklärungs-Bewegung (Haskala).

Damit fächerte sich auch das jüdische Selbstverständnis auf, etwa bezüglich der religiösen Erziehung der Kinder. So wurden noch Anfang des 19. Jahrhunderts viele jüdische Schulen neu gegründet; die Zahl ging aber im Laufe des Jahrhunderts wieder zurück, da die Eltern zunehmend ihre Kinder auf nichtjüdische Schulen schickten. In der Übung werden neben der Thematik der jüdischen Erziehung auch Fragen behandelt, die sich mit Alltag, Lebenswelt und Körperlichkeit jüdischer Jugendlicher befassen.
Es geht so auch um die Herausbildung des "zionistischen Menschen", um die vielfältigen Diskussionen um die Veränderung beruflicher Profile, um die Organisierung von Jugendlichen in Vereinen usw. Der zeitliche Bogen soll dabei bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts reichen und zum Beispiel auch die Situation in den DP-Lagern mit einem Ausblick auf den neuen israelischen Staatsbürger nach 1948 mit in den Blick nehmen.

Projekt und Seminar

Dr. Stephanie Kowitz-Harms und Dr. Anna Lena Menny
Jüdische Geschichte in Hamburger - Konzepte zur digitalen Vermittlung
Lehrveranstaltung 54-526
Zeit: Mo 10-12 Uhr und 14-16 Uhr + Blockveranstaltungen
Ort: IGdJ 2/023 und Phil 1211
Beginn: 07.04.2014

Details

Um die vorletzte Jahrhundertwende entwickelte sich das Grindelviertel zum Hauptwohngebiet der Hamburger Juden. Bis heute lassen sich in den Straßen und auf den Plätzen rund um den Campus verschieden Spuren finden, die auf die reiche und vielfältige jüdische Geschichte verweisen. Das Seminar widmet sich den groben Entwicklungslinien und zentralen Themen der jüdischen Lokalgeschichte, der Schwerpunkt liegt auf dem 19. und 20. Jahrhundert. Zugleich werden Konzepte digitaler Geschichtsvermittlung vorgestellt und kritisch diskutiert.

Im Projektteil sollen die Studierenden selbstständig ein digitales Angebot zur Vermittlung der jüdischen Lokalgeschichte im Grindelviertel entwickeln. Ziel ist es, einen digitale Audioguide zu erstellen, der historische Materialien und Hintergrundinformationen zu verschiedenen Orten zusammenstellt. Einführungen in Projektmanagement oder Öffentlichkeitsarbeit ergänzen die Projektarbeit.

Kooperationspartner: Galerie Morgenland/ Geschichtswerkstatt Eimsbüttel

Literatur:
Uwe Danker; Astrid Schwabe: Historisches Lernen im Internet. Zur normativen Aufgabe der Geschichtsdidaktik, in: GWU 58/2007: S. 4-19; Arno Herzig (Hrsg.): Die Juden in Hamburg 1590 bis 1990. Hamburg 1991; Institut für die Geschichte der deutschen Juden (Hrsg.): Das Jüdische Hamburg. Ein historisches Nachschlagewerk, Göttingen 2006; Stuart Jenks; Stephanie Marra (Hrsg.): Internet-Handbuch Geschichte, Köln/Weimar/Wien 2001; Ina Lorenz: Erinnerungszeichen und Mahnmale. Hamburger Juden im Gedächtnis der Stadt, in: Peter Reichel (Hrsg.): Das Gedächtnis der Stadt. Hamburg im Umgang mit seiner nationalsozialistischen Vergangenheit, Hamburg 1997 (Schriftenreihe der Hamburgischen Kulturstiftung 6): S. 167-186; Ursula Wamser; Wilfried Weinke (Hrsg.): Eine verschwundene Welt. Jüdisches Leben am Grindel, Springe 2006.

Übung und Projekt

Dr. Beate Meyer und Dr. Thorsten Logge
Stolpersteine im Grindelviertel - vom Namen zur Biographie
Lehrveranstaltung 54-524P
Zeit: Montags 12-14.00 Uhr und Workshops
Ort: Phil 1239 + Projektraum
Beginn: 07.04.2014